Vorbemerkung zu den Rezensionen
Vom 27. September bis zum 2. Oktober 2025 waren Braunschweig und Wolfenbüttel die Gastgeberstädte für den Bundeswettbewerb Schultheater der Länder. Unter dem diesjährigen Thema SCHULTHEATER.VIELFALT wurde in diesen Tagen eine diverse und heterogene deutsche Schultheaterkultur sichtbar, in der sich junge Menschen auf und neben der Bühne kritisch mit ihren Lebenswelten, ihren Identitäten sowie gesellschaftlichen wie auch historischen Diskursen auseinandersetzten. Die 16 Spielgruppen aus allen Bundesländern Deutschlands präsentierten, rezipierten und diskutierten in den Spielstätten des Staatstheaters Braunschweig und des Lessingtheaters Wolfenbüttel unterschiedliche ästhetisch-performative Zugänge, theatrale Umgangsformen und Perspektiven auf kulturelle, soziale, körperliche und sprachliche Vielfalt und Diversität.[1]
Die Umsetzungen zeigten teils explizit, teils implizit einen Bezug zum diesjährigen Thema. Zu sehen waren beispielweise Eigenprodroduktionen zu inhaltlichen Schwerpunkten wie Gender, Diskriminierung, Identitäten und deutsche NS-Historie, in deren Zusammenhang die Schüler:innen eigene Umgangsformen mit Diversitätsdiskursen gefunden haben. Wenn in der Aussage auch abstrakter, trugen die personellen Zusammensetzungen der Spielgruppen zur Vielfalt des Bundeswettbewerbs bei. So waren die verschiedenen Schulformen selten so heterogen vertreten wie auf diesem SDL 2025: Von Grundschulen über Gesamtschulen und Gymnasien bis hin zu berufsbildenden und inklusiven Schulformen sowohl aus ländlichen wie städtischen Regionen waren alle vertreten.
Wie jedes Jahr sind die Eindrücke und Perspektiven während und nach dem SDL vielschichtig und -fältig.
Die rezensierende Darstellung der Aufführungen könnte folglich zahlreiche Facetten oder Perspektiven annehmen und aufgreifen. Auf dem Blog zum SDL sind bereits tolle Rezensionen, Reaktionen, Interviews und Momentaufnahmen von Schüler:innen und Studierenden auf dem Festival in Braunschweig und Wolfenbüttel zu den jeweiligen Aufführungen zu finden. Wir als Rezensent:innen haben uns daher entschieden, die folgende Kategorisierung der Produktionen auf dem SDL 2025 an den oben genannten Themenschwerpunkten der Produktionen zu orientieren. Dabei wird es nicht möglich sein, ein vollständiges Bild von den jeweiligen Inszenierungen darzulegen. Wir möchten den Lesenden daher ans Herz legen, die folgenden Ausführungen als eine Einladung zu verstehen, individuell herausstechende und interessante Aufführungen in der Mediathek der Online-Zeitschrift FOKUS Schultheater nachzuschauen. Die Links dazu sind den jeweiligen Artikeln beigefügt.
Anmerkung
[1] Der Begriff Vielfalt, der verwandte Begriff Diversität sowie die damit verbundenen Begriffsnetze und Themenfelder wurden auf SDL 2025 insbesondere im Rahmen der SuS*-Workshops, der Fachtagung und den Fachforen (selbst-)kritisch-konstruktiv diskutiert und reflektiert. Während hierbei insbesondere konkrete Themenfelder theaterpädagogischer Arbeit (bspw. Klassizismus, Gender, Rassismus, usw.) thematisiert wurden, verblieb eine Abgrenzung zwischen Vielfalt und Diversitätnicht übergreifend geklärt. Im Rahmen der Rezensionen werden wir daher zunächst die beiden Begriffe synonym verwenden. Gleichzeitig möchten wir aber darauf hinweisen, dass diskursive Perspektiven auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diesen Begriffen existieren. Eine ausführliche Diskussion dieser und eine Positionierung der Rezensionen in jenen Diskursen erscheint an dieser Stelle weder zielführend, noch wäre eine solche im Umfang dieses Beitrages möglich.
Inhaltsverzeichnis
Fokus 2025 - Vielfalt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik und Theater Rostock im Studiengang Lehramt Theater, Studiengangsleiterin des Weiterbildungsmasters „Theater unterrichten“
Redaktionsleitung
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Hannover