Wiesbaden: Theaterarbeit mit Tiefe und Kontinuität
An der Otto‑Stückrath‑Schule in Wiesbaden wurde eindrucksvoll sichtbar, wie nachhaltig kulturelle Bildung an Grundschulen wirken kann. Die Schule ist seit neun Jahren Teil des Programms „Theater für alle“ des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen und verankert Theaterarbeit damit langfristig im Schulalltag.
Unter der Leitung von Cristina Schwarz zeigte die Gruppe ein lebendiges und humorvolles Stück, in dem die vier Elemente um ihre Bedeutung ringen. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten die charakteristischen Eigenschaften von Feuer, Wind, Wasser und Erde selbst – ein kreativer Prozess, der sich auch in den Körperbewegungen und den von ihnen entworfenen Kostümen widerspiegelte. Schritt für Schritt entstand so ein ausdrucksstarkes Zusammenspiel aus Sprache, Musik und Bewegung.
In den Gesprächen wurde deutlich, wie sehr die Kinder von der Arbeit profitieren: Sie berichteten, wie spannend es sei, Figuren zu gestalten, Bewegungsformen zu entwickeln und eigene Ideen in das Stück einzubringen. Frau Braunschweig vom Staatlichen Schulamt Wiesbaden zeigte sich sichtlich beeindruckt und betonte die Bedeutung von Räumen, in denen Kinder laut sprechen, tanzen, spielen und in andere Rollen schlüpfen können. Auch Schulleiterin Frau Wolfermann hob die Rolle des Theaters als Ort zum Ausprobieren, Wachsen und Stärken des Selbstvertrauens hervor.
Bad Homburg: Musik und Tanz als Zentrum der Theaterarbeit
Auch die Landgraf‑Ludwig‑Schule in Bad Homburg ist seit dem Schuljahr 2019/2020 Teil des Programms „Theater für alle“ des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen. Mit „Ausgetickt. Die Stunde der Uhren“ präsentierten die Musical‑AG und die Modern‑Dance‑AG unter der Leitung von Gitta Lothwesen, Linda Krause und Iryna Kuznetsova ein energiegeladenes Theater‑, Musical- und Tanzprojekt, in dem 43 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 2 bis 4 Themen wie Routine, Vorgaben, Stress und Zusammenhalt künstlerisch verarbeiten.
Die Kinder schilderten im anschließenden Gespräch, wie viel Freude es ihnen bereitete, in andere Rollen zu schlüpfen, gemeinsam zu tanzen und neue Ausdrucksformen zu entdecken. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie viel Mut, Selbstvertrauen, Kreativität und Sprechsicherheit sie durch die intensive Bühnenerfahrung gewonnen haben – wichtige Bausteine ihrer persönlichen Entwicklung.
Schulleiterin Gabriela Schnabel, Anne‑Marie Koch vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen und Claudia Zaborowski vom Staatlichen Schulamt betonten gemeinsam den hohen Stellenwert der Theaterarbeit. Theater ermögliche Perspektivwechsel, fördere die Zusammenarbeit im Ensemble und eröffne Räume für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen. Damit stärkt es Werte wie Demokratie, Respekt und Toleranz, die heute wichtiger sind denn je.
Die Premiere findet am 12. Juni 2026 im Kurhaus Bad Homburg statt.
Langen: Biografisches Material als Ausgangspunkt für Performance und Bewegung
Der DS-Kurs (Q2) der Dreieichschule Langen präsentierte einen ausdrucksstarken Ausschnitt aus dem Stück „Unser Sommer“, das Bewegung, Tanz, Rhythmus und erzählerische Elemente wirkungsvoll verbindet. Schulleiterin Nicole Ott betonte in ihrer Begrüßung die Bedeutung des Faches Darstellendes Spiel und würdigte das Engagement der Spielleitung Katrin Aurich.
Die Szene führte in eine Freibadsituation, in der eine Jugendclique durch choreografierte Bewegungen, Posen und chorische Elemente charakterisiert wurde. Körperlicher Ausdruck und bewusst eingesetzte stereotype Tänze machten Gruppendynamiken sichtbar und nahmen das Publikum mit in die Lebenswelt der Jugendlichen. Inhaltlich steht dabei mit dem gesellschaftskritischen Blick der Jugendlichen das Aufbrechen von Geschlechterstereotypen im Zentrum der Produktion.
Im anschließenden Gespräch erläuterten die Schülerinnen und Schüler ihren Arbeitsprozess: Grundlage sind anonymisierte biografische Monologe aus den eigenen Reihen. In Teams übernahmen sie Regieaufgaben, während die Lehrkraft begleitete. Ängste, Wünsche und persönliche Erfahrungen fanden so authentischen Ausdruck. Bewegung und Tanz seien zentral für die Gruppe – passend zum SDL-Motto „Be the move“. Die Spielleitung bezeichnete den Kurs als „Knallerkurs“ voller Erfahrung, Spielfreude und Leidenschaft.
Frau Meißner (Staatliches Schulamt für den Landkreis Offenbach und die Stadt Offenbach am Main) und Frau Picht (die Referentin für Kulturelle Bildung des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen) hoben in ihrem Schlusswort die Bedeutung des Faches für Persönlichkeitsentwicklung und Kulturelle Bildung hervor. Premiere von „Unser Sommer“ ist am 12.06.2026 in Langen.
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