Was bedeutet Schultheater heutzutage eigentlich für die Menschen, die es tagtäglich mit Leben füllen: für die Schüler*innen, die Spielgruppen, die Spielleitungen und Theaterlehrkräfte?
Die Antwort darauf fand sich an zentraler Stelle auf einer riesigen, interaktiven weißen Plane, die sich im Laufe der Festivaltage in ein buntes Mosaik verwandelte. Aus allen Ecken kamen Gedanken, Skizzen und Zitate zusammen, die ein berührendes Bild zeichnen:
Da schreibt jemand: „Ich liebe Theater, weil man mitentscheiden kann“. Andere notieren, dass man hier „ehrlich sein und Spaß haben“ oder „mit dem Theater die Welt erkunden und lernen kann“. Für viele ist die Bühne ein Schutzraum, um „aus der Angstzone rauszukommen“, „Sorgen wegzubekommen und Stress abzubauen“ und seinen „Gefühlen freien Lauf zu geben“. Wie Amelia so treffend auf ihrem Zettel festhielt: „Ich kann ich selbst sein und mich selbst ausdrücken. Es macht Kraft, Mut, Selbstbewusstsein und Power.“
Genau dieses Gefühl spiegelte sich auch unmittelbar im Gespräch mit der bayerischen Gruppe vom Eichendorff-Gymnasium wider, die mit ihrem Stück Moving Elements zum Festival gereist ist. Auf meine Frage, was Schultheater für jede Einzelne von ihnen im Kern bedeutet, brauchten sie nicht lange zu überlegen:
„Eine Art, sich auszudrücken, jeder kann zeigen, was er fühlt und wie er es darstellen will.
„Zusammensein, Freizeit und mit Freunden viel Zeit verbringen.“
„Pure Leidenschaft, Tanzen, Schauspielern, Mimik zeigen.“
„Dass wir alle zusammen sind und uns gemeinsam ein Stück ausgedacht haben.“
Ob mit Filzstift auf Zetteln an der Plane oder im persönlichen Interview mit der Gruppe: Schultheater ist kein starres Konzept. Es ist Mitbestimmung, das Überwinden eigener Grenzen, ein sicherer Hafen für Gefühle und vor allem gelebte Gemeinschaft, die zusammenschweißt.