[Zeitschrift für Theaterpädagogik]

AUTOPIA – Menschen. Maschinen. Probleme?“

Ein Diskursstück zur gesellschaftlichen Meinungsbildung

Picture of Frederik Hochheimer
Frederik Hochheimer 

Thea­ter­päd­ago­ge (B.A.), Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter an der Hoch­schu­le Osnabrück / Insti­tut für Theaterpädagogik.

Picture of Frederik Hochheimer
Frederik Hochheimer 

Thea­ter­päd­ago­ge (B.A.), Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter an der Hoch­schu­le Osnabrück / Insti­tut für Theaterpädagogik.

Der fol­gen­de Bei­trag gehört zum Digi­tal­teil der Zeit­schrift für Thea­ter­päd­ago­gik, Aus­ga­be 78. 

Einleitung

Die Büh­ne ist dun­kel. Seit­lich ein­fal­len­des, blau­es und rotes Schlag­licht kon­tu­riert die zwei Spieler*innen, die sich lang­sam mit schlin­gen­den Armen, gleich einem pul­sie­ren­den Unter­was­ser­le­be­we­sen auf der Jagd, in Rich­tung Zuschau­er­raum arbei­ten. Der Text wird cho­risch gespro­chen: „Ihr [die Mensch­heit] zieht in ein bestimm­tes Gebiet und ver­mehrt euch, bis alle natür­li­chen Res­sour­cen erschöpft sind. Und der ein­zi­ge Weg zu über­le­ben ist die Aus­brei­tung auf ein ande­res Gebiet. Es gibt noch einen Orga­nis­mus auf die­sem Pla­ne­ten, der genau­so ver­fährt. […] Das Virus! Der Mensch ist eine Krank­heit, das Geschwür die­ses Pla­ne­ten.“ Cut – Licht. Eine drit­te Spie­le­rin tritt nach vor­ne und wen­det sich an das Publi­kum: „Ok. Wer hat Angst vor künst­li­cher Intelligenz?“

Wir sind mit­ten­drin in der Insze­nie­rung „AUTOPIA – Men­schen. Maschi­nen. Pro­ble­me?“ am Insti­tut für Thea­ter­päd­ago­gik der Hoch­schu­le Osnabrück/Lingen. Es geht um die Uto­pie des auto­no­men Fah­rens – also des Fah­rens (bes­ser: des Gefah­ren­wer­dens) in Autos ohne Lenk­rad, ohne Peda­le und ohne Fahrer*in -, in Robo­cars, die auf Grund­la­ge künst­li­cher Intel­li­genz (kurz KI) navi­gie­ren. Es geht dar­um, in Unfall­si­tua­tio­nen abzu­wä­gen und mora­li­sche Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Es geht um den Ein­fluss der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on auf unse­re Zukunft und um die Fra­ge, wie wir die­se Zukunft gestal­ten wollen.

Die Insze­nie­rung „AUTOPIA – Men­schen. Maschi­nen. Pro­ble­me?“ ist Teil des inter­dis­zi­pli­nä­ren For­schungs­pro­jek­tes „DeFrAmE (Demo­kra­tie des Fah­rens – Sol­len Autos mora­li­sche Ent­schei­dun­gen tref­fen?)“ an der Hoch­schu­le Osna­brück. Zie­le des Pro­jekt­teams aus Sozi­al- und Rechtswissenschaftler*innen und Theaterpädagog*innen waren, die mit dem auto­no­men Fah­ren ver­bun­de­nen Her­aus­for­de­run­gen, Nut­zungs­aspek­te und ethi­schen Impli­ka­tio­nen thea­tral erfahr­bar zu machen und die Ein­stel­lung des Publi­kums zum auto­no­men Fah­ren zu unter­su­chen. Im Mit­tel­punkt des Pro­jek­tes stan­den die ins­ge­samt sechs Vor­stel­lun­gen Anfang 2020 im Burg­thea­ter Lingen/Institut für Thea­ter­päd­ago­gik und im emma-thea­ter Osna­brück sowie die beglei­ten­de quan­ti­ta­ti­ve Stu­die im Vor­her-/Nach­her­de­sign.

Digitale Transformation und die Ethik des autonomen Fahrens

Die „Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on“[1] wird zur­zeit als der tech­no­lo­gi­sche Umbruch des 21. Jahr­hun­derts gewer­tet. In ihrer dis­rup­ti­ven Qua­li­tät oft­mals mit den indus­tri­el­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen des 19. und frü­hen 20. Jahr­hun­derts gleich­ge­setzt, wird sie unse­re öffent­li­chen und pri­va­ten, beruf­li­chen und nicht­be­ruf­li­chen Räu­me durch­drin­gen und damit die öko­no­mi­schen und sozia­len Ver­hält­nis­se grund­le­gend ver­än­dern.[2] So hat sich zum Bei­spiel im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie auf beein­dru­cken­de Wei­se gezeigt, wie schnell sich gesell­schaft­li­che Teil­be­rei­che ins Digi­ta­le über­füh­ren las­sen kön­nen.[3] Als ein Aspekt die­ses Wan­dels steht das auto­no­me Fah­ren im Mit­tel­punkt der gesell­schaft­li­chen Aufmerksamkeit.

Bleibt der voll­au­to­no­me Ver­kehr aufs Wei­te­re auch eine Visi­on, so doch eine, die tech­nisch mög­lich zu sein scheint und von der Indus­trie und den Unter­neh­men eif­rig vor­an­ge­trie­ben wird.[4] Gesell­schaft­li­che und ethi­sche Fra­gen, die mit der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on ein­her­ge­hen, ver­dich­ten sich hier exem­pla­risch: Recht­fer­tigt das uti­li­ta­ris­ti­sche Kal­kül einer „glück­li­chen“ Gesell­schaft (Stich­wort: Visi­on Zero )[5] die zuneh­men­de Über­wa­chung mit­tels Data­fi­zie­rung der Lebens­be­rei­che?[6] Wie auto­nom bleibt der Mensch? Und – sozu­sa­gen die Gret­chen­fra­ge – dür­fen Maschi­nen mora­li­sche Ent­schei­dun­gen treffen?

In einer unver­meid­ba­ren Unfall­si­tua­ti­on hät­te ein Robo­car, anders als ein mensch­li­cher Fah­rer, die Mög­lich­keit, die zu erwar­ten­den Schä­den auf­zu­rech­nen und zu ver­tei­len. Ein Sze­na­rio unter der Vor­aus­set­zung, dass es für eine Voll­brem­sung in jedem Fall zu spät ist: In Mil­li­se­kun­den könn­ten die Algo­rith­men ent­schei­den, ob das Auto den Kurs hält und damit meh­re­re Per­so­nen, die bspw. auf die Fahr­bahn gesprun­gen sind, zu über­fah­ren droht, oder ob es aus­weicht und damit eine unbe­tei­lig­te Per­son am Stra­ßen­rand gefähr­det. Und was, wenn die Men­schen auf der Stra­ße Pen­sio­nä­re wären und die Per­son am Stra­ßen­rand ein Schul­kind? Sol­che Gedan­ken­ex­pe­ri­men­te im Stil des berühm­ten „Trol­ley-Pro­blems“[7], in denen Men­schen­le­ben quan­ti­fi­ziert und qua­li­fi­ziert wer­den müs­sen, will man denn eine Ent­schei­dung tref­fen, zei­gen auf, in wel­che mora­li­schen Dilem­ma-Situa­tio­nen uns das auto­no­me Fah­ren brin­gen wird. Sie las­sen uns mit der Fra­ge zurück: „Was soll ich tun?“ Oder bes­ser: Was sol­len wir tun?

Die Fra­ge zielt auf die Ethik und sie gilt es im Kon­text intel­li­gen­ter Maschi­nen, wie sie im voll­au­to­no­men Stra­ßen­ver­kehr zum Ein­satz kom­men müss­ten, zu dis­ku­tie­ren – im Spe­zi­el­len und hin­sicht­lich der digi­ta­len Ver­än­de­run­gen der Gesell­schaft im All­ge­mei­nen. Hier leis­tet das Pro­jekt „Deframe“ und die Insze­nie­rung „AUTOPIA“ sei­nen Beitrag.

Inszenierung als diskursive Struktur

„Wer hat Angst vor künst­li­cher Intel­li­genz?“ Die­se Fra­ge steht im Thea­ter­raum. Hüs­teln, lei­ses Lachen, zöger­li­che Mel­dun­gen. Kein Wun­der, dass künst­li­che Intel­li­genz (KI) mit Ängs­ten oder zumin­dest Skep­sis behaf­tet ist, kom­men künst­lich intel­li­gen­te Sys­te­me in zeit­ge­nös­si­schen Erzäh­lun­gen (beson­ders in Hol­ly­wood­fil­men) doch zumeist schlecht weg. So ist die ein­gangs erwähn­te Chor­pas­sa­ge aus dem Stück­text – den Lesen­den mag es auf­ge­fal­len sein – ein Zitat aus dem Film Matrix.[8] Neben sol­chen moder­nen Mythen hängt die Skep­sis gegen­über KI sicher­lich auch mit der ver­ste­hens­schwie­ri­gen Begriff­lich­keit zusam­men. Auch wenn es der Begriff nahe­legt, ist das, was heu­te unter „künst­li­cher Intel­li­genz“ exis­tiert, nicht mit mensch­li­cher Intel­li­genz ver­gleich­bar.[9] Zurück zu der Ein­gangs­fra­ge: Rhe­to­risch, wie sie gestellt war, ver­klingt sie und die Spieler*innen set­zen zu einer Mini Lec­tu­re an, die das The­ma KI abseits von dys­to­pi­schen Vor­stel­lun­gen ein­zu­ord­nen sucht. So folgt die Insze­nie­rung einer dis­kur­si­ven Struk­tur. Argu­men­te für und wider das auto­no­me Fah­ren wer­den prä­sen­tiert und gegen­über­ge­stellt: Die Ver­bes­se­rung der Sicher­heits­la­ge im Stra­ßen­ver­kehr auf der einen – ein mas­si­ver Ein­griff in die infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung auf der ande­ren Sei­te. Effek­ti­ve­re, kli­ma­scho­nen­de und chan­cen­glei­che Mobi­li­tät[10] hier – das Dilem­ma „mora­li­scher“ Maschi­nen dort … . Der Thea­ter­abend ver­steht sich so, ganz im Sin­ne sei­ner grie­chisch-anti­ken Wur­zeln, als deli­be­ra­ti­ves Forum. Die Deli­be­ra­ti­on, die Bera­tung und Ent­schei­dungs­fin­dung, das Ein­be­zie­hen der Öffent­lich­keit in die drän­gen­den Ange­le­gen­hei­ten der Polis-Gemein­schaft, war zen­tra­ler Bestand­teil der anti­ken Auf­füh­rungs­for­men. Das Pro­jekt „Deframe“ knüpft hier an, indem es sein The­ma über das Thea­ter in die Gesell­schaft spielt und zur Aus­ein­an­der­set­zung und Stel­lung­nah­me ein­lädt. Einer­seits durch das Erhe­bungs­set­ting der quan­ti­ta­ti­ven Befra­gung und ande­rer­seits über die Begeg­nung an den Spiel­or­ten selbst. So erleb­ten wir nach den Auf­füh­run­gen sehr ange­reg­te und teil­wei­se bis weit über den „offi­zi­el­len Teil“ hin­aus­ge­hen­de Gesprä­che und Dis­kus­sio­nen unter den Zuschau­en­den. Kon­zep­tio­nell haben wir die­sem Ansatz Rech­nung getra­gen, indem wir die „Pros“ und „Con­tras“ zum The­ma mög­lichst aus­ba­lan­ciert dar­zu­stel­len such­ten. Wir woll­ten kei­ne Mei­nung vor­ge­ben, son­dern zur Mei­nungs­bil­dung einladen.

Wissensvermittlung als Schauereignis

„Kon­trol­le bei 3. Kon­trol­le bei 2. Kol­li­si­on steht bevor. Rufe Ethik­pro­to­koll ab – lei­te Manö­ver­op­ti­on ein.“ Zwei Spieler*innen spre­chen cho­risch, gelas­sen, den – nen­nen wir es – Sub­text des auto­no­men Autos. Wäh­rend die so ver­kör­per­te KI den pas­sen­den Ethik-Algo­rith­mus für den dro­hen­den Crash zurecht­legt, sehen wir die drit­te Spie­le­rin, die als Pas­sa­gie­rin über ein live Kame­ra­bild über­groß an die rück­wär­ti­ge Wand des Thea­ter­raums pro­ji­ziert ist. Unbe­fan­gen sin­niert sie dem letz­ten Vor­schlag, den die audi­tive Schnitt­stel­le im Fahr­zeug­innen­raum gemacht hat, nach: „Auf unse­rer Stre­cke liegt eine neue vega­ne Stra­ßen­kü­che. Die Bewer­tun­gen sind über­durch­schnitt­lich. Wünschst du, dass ich hal­te?“ – „Kon­trol­le bei 1. Auf Kol­li­si­on vor­be­rei­ten. 10, 9, 8, 7, …“- free­ze. Die Spieler*innen lösen das Bild auf. Die Sze­ne lässt sich jetzt von außen betrach­ten. Die am Crash betei­lig­ten Figu­ren kom­men zu Wort. Der „Ent­schei­dungs­al­go­rith­mus“ wird befragt – ist es gerecht­fer­tigt, das Leben der Pas­sa­gie­rin zu ris­kie­ren, gar zu instru­men­ta­li­sie­ren, wenn das den gerings­ten „Gesamt­scha­den“ ver­spricht? Das Thea­ter­er­leb­nis lädt auf eine Wei­se ein, dem The­ma zu begeg­nen, die ein Vor­trag oder eine Podi­ums­dis­kus­si­on so nicht leis­ten könn­ten. Die ästhe­ti­sche Bear­bei­tung des Gegen­stands spricht eine ande­re Form der Wahr­neh­mung und des Erken­nens an, die nicht auf Ein­deu­tig­keit und kla­re Begriff­lich­kei­ten setzt. Ursu­la Brand­stät­ter beschreibt in ihrem Buch Grund­fra­gen der Ästhe­tik, dass ästhe­ti­schem Wahr­neh­men und Erken­nen ein diver­gen­tes, also aus­ein­an­der­stre­ben­des Den­ken nach­folgt: „Die Ver­wie­sen­heit auf das Beson­de­re und grund­sätz­lich Offe­ne der sinn­li­chen Erschei­nung hat ein diver­gen­tes Den­ken zur Fol­ge. Diver­gen­tes Den­ken ist an einer Viel­zahl von Inter­pre­ta­tio­nen, Pro­blem­sich­ten und Lösun­gen inter­es­siert, im Unter­schied dazu ori­en­tiert sich kon­ver­gen­tes Den­ken an der einen wah­ren Erkennt­nis.“[11] Wir woll­ten das Publi­kum nicht mit „wah­ren Erkennt­nis­sen“ aus den Vor­stel­lun­gen ent­las­sen, son­dern idea­ler­wei­se eine Fül­le an Fra­gen und eine Lust, sich die­sen (gemein­sam) zu wid­men, generieren.

Die­se Ver­bin­dung aus the­tra­ler Ver­hand­lung, Lec­tu­re und ästhe­ti­schem Schau­e­reig­nis bezeich­nen wir im Kon­text der Theo­rie­bil­dung mit den Begrif­fen „Dis­kurs­stück“ und „Info­tain­ment“. Sie ver­wei­sen auf die Ver­bin­dung von Wis­sens­ver­mitt­lung, pro­duk­ti­ver Irri­ta­ti­on und Dis­kurs­dar­stel­lung mit­tels einer Auf­füh­rung. Dabei gilt es auch dem Anspruch der Unter­hal­tung zu genü­gen, indem der Thea­ter­abend gleich­zei­tig anspre­chend und kurz­wei­lig sein soll. Ob die­ser Anspruch gelingt, kann nur sub­jek­tiv ent­schie­den wer­den. Gleich­wohl konn­ten wir nach den Auf­füh­run­gen von „AUTOPIA“ eine gro­ße Dis­kus­si­ons­lust unter den Zuschau­en­den beob­ach­ten. Die­ser vom Stück gesetz­te Impuls war auch für die am Pro­jekt betei­lig­ten Sozialwissenschaftler*innen der Hoch­schu­le wich­tig, die die Ein­stel­lung der Zuschau­en­den zu ethi­schen Fra­gen des auto­no­men Fah­rens quan­ti­ta­tiv unter­such­ten. An zwei Mess­zeit­punk­ten – vor und nach den Vor­stel­lun­gen – konn­ten die Zuschau­en­den anonym und auf frei­wil­li­ger Basis einen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len. Die zen­tra­len Ergeb­nis­se der Daten­er­he­bung (Manage­ment Sum­ma­ry) sind über die Pro­jekt­home­page der Hoch­schu­le abruf­bar.[12] Im Kern las­sen sich zwei Aus­sa­gen tref­fen: (1.) Das Ver­trau­en ins auto­no­me Fah­ren ist abhän­gig vom Grad der Infor­miert­heit und (2.) die Thea­tra­le Inter­ven­ti­on wur­de als wir­kungs­vol­le Form wahr­ge­nom­men, um das Inter­es­se am The­ma zu stei­gern und die Mei­nungs­bil­dung zu fördern.

Fazit

Kurz nach der letz­ten Vor­stel­lung von „AUTOPIA“ am 28. Febru­ar 2020 in Osna­brück wur­de das öffent­li­che Leben in Deutsch­land und Euro­pa im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie her­un­ter­ge­fah­ren. Der ers­te Lock­down trat in Kraft und die Bürger*innen sahen sich tief­grei­fen­den per­sön­li­chen und gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen aus­ge­setzt. Gedan­ken­ex­pe­ri­men­te über die „Ver­re­chen­bar­keit“ von Men­schen­le­ben und das Abwä­gen gesell­schaft­li­cher Wer­te wur­den plötz­lich mit Blick ins ita­lie­ni­sche Ber­ga­mo gespens­ti­sche Rea­li­tät. Viel­leicht erst der Auf­takt in ein an Umbrü­chen – so ist es anzu­neh­men – nicht armes Jahr­hun­dert. Das Pro­jekt „Deframe“ hat gezeigt, dass das Thea­ter der Ort sein kann, an dem wir uns ganz kon­kret mit die­sen Umbrü­chen und den dar­in auf­ge­ho­be­nen Ängs­ten, Vor­be­hal­ten und Chan­cen aus­ein­an­der­set­zen kön­nen. Die Ver­bin­dung von wis­sen­schaft­li­chem Fach­wis­sen mit den Ver­mitt­lungs­qua­li­tä­ten der Thea­ter­päd­ago­gik an dem Begeg­nungs­ort „Thea­ter“ könn­te ein wich­ti­ger Bau­stein in der demo­kra­ti­schen Erschlie­ßung und Aus­hand­lung die­ser Her­aus­for­de­run­gen werden.

 

Anmerkungen

[1] Hier ver­stan­den als „der Pro­zess der Com­pu­te­ri­sie­rung und des damit ver­bun­de­nen Ein­zugs infor­ma­ti­ons­tech­ni­scher Sys­te­me in sämt­li­che Berei­che mensch­li­chen Han­delns“ (Grimm, Petra / Keber, Tobi­as O. / Zöll­ner, Oli­ver (Hg.): Digi­ta­le Ethik. Leben in ver­netz­ten Wel­ten. Stutt­gart: Reclam Ver­lag 2019, S. 240.)

[2] Vgl. Nida-Rüme­lin, Juli­an / Wei­den­feld, Natha­lie: Digi­ta­ler Huma­nis­mus. Eine Ethik für das Zeit­al­ter der Künst­li­chen Intel­li­genz. Mün­chen: Piper Ver­lag 2018, S. 18.

[3] Online: https://blog.iao.fraunhofer.de/die-corona-pandemie-als-digitalisierungsbooster/ (Abruf: 12.01.2020)

[4] Vgl. Ben­del, Oli­ver: 350 Key­words Digi­ta­li­sie­rung. Wies­ba­den: Sprin­ger Fach­me­di­en 2019, S. 205.

[5] Die ver­kehrs­po­li­ti­sche Visi­on, die Anzahl der Ver­kehrs­to­ten mit­tels auto­no­mer Mobi­li­tät gen Null zu brin­gen. (Online: https://www.springerprofessional.de/fahrzeugsicherheit/automatisiertes-fahren/der-lange-kampf-um-vision-zero/15771248 [Abruf: 12.01.2021])

[6] Im Zuge eines voll­au­to­no­men Ver­kehrs wür­den erheb­li­che Men­gen per­so­nen- und ver­hal­tens­be­zo­ge­ner Daten anfal­len, erho­ben und aus­ge­wer­tet wer­den. (Vgl. Kuh­nert, Susan­ne: Mobi­li­tät der Zukunft. Auto­ma­ti­sier­tes und ver­netz­tes Fah­ren. In: Grimm, Petra [u.a.] (Hg.): Digi­ta­le Ethik. Leben in ver­netz­ten Wel­ten. Stutt­gart: Reclam Ver­lag 2019, S. 215.)

[7] Das „Trol­ley-Pro­blem“ (dt. Stra­ßen­bahn-Pro­blem) ist ein moral­phi­lo­so­phi­sches Gedan­ken­ex­pe­ri­ment, das in neue­rer Zeit von der bri­ti­schen Phi­lo­so­phin Phil­ip­pa Foot wie folgt gefasst wur­de: „Eine Stra­ßen­bahn ist außer Kon­trol­le gera­ten und droht, fünf Per­so­nen zu über­rol­len. Durch Umstel­len einer Wei­che kann die Stra­ßen­bahn auf ein ande­res Gleis umge­lei­tet wer­den. Unglück­li­cher­wei­se befin­det sich dort eine wei­te­re Per­son. Darf (durch Umle­gen der Wei­che) der Tod einer Per­son in Kauf genom­men wer­den, um das Leben von fünf Per­so­nen zu ret­ten?“ (Online: https://de.wikipedia.org/wiki/Trolley-Problem [Abruf: 10.01.2021])

[8] In dem moder­nen Klas­si­ker The Matrix haben künst­lich-intel­li­gen­te Maschi­nen die Mensch­heit ver­sklavt. (Regie: Geschwis­ter Wachow­ski. USA, 1999.)

[9] Vgl. Grimm, Petra / Ham­me­le, Nadi­ne: Künst­li­che Intel­li­genz: Was bedeu­tet sie für die Auto­no­mie des Men­schen? In: Grimm, Petra [u.a.] (Hg.): Digi­ta­le Ethik. Leben in ver­netz­ten Wel­ten. Stutt­gart: Reclam Ver­lag 2019, S. 157.

[10] Ein Ver­spre­chen des auto­no­men Fah­rens ist die „chan­cen­glei­che Mobi­li­tät“: Alle Bevöl­ke­rungs­grup­pen, ob jun­ge Men­schen, sehr alte Men­schen oder Men­schen mit Behin­de­run­gen, sol­len nie­der­schwel­lig dar­an par­ti­zi­pie­ren kön­nen. (Vgl. Mis­sel­horn, Catrin: Grund­fra­gen der Maschi­nen­ethik. Stutt­gart: Reclam Ver­lag 2018, S. 184.)

[11] Brand­stät­ter, Ursu­la: Grund­fra­gen der Ästhe­tik. Bild – Musik – Spra­che – Kör­per. Köln, Wei­mar, Wien: Böhlau Ver­lag 2008, S. 104.

[12] Online: https://www.hs-osnabrueck.de/deframe/ (Abruf: 10.01.2021)

Fotos: Aileen Rog­ge; Ava­tar­fo­to: Jut­ta Wald­helm, www.2fotografieren.de

Erstellt: 1. Juni 2021 
Aktua­li­siert: 22. Juli 2021 

BVTS

Begegnung

Labor

Forschung

Bildung

Fokus

Mediathek

Forum

Die Seite Schul.Theater lädt alle am Schultheater interessierten Menschen ein, sich über Grenzen hinweg zu inspirieren und zu informieren, zu verbinden und im Forum in den Austausch zu kommen.

Schul.Theater

Die Seite Schul.Theater lädt alle am Schultheater interessierten Menschen in fünf digitalen Räumen dazu ein, sich über Grenzen hinweg zu inspirieren und zu informieren, zu verbinden und im Forum in den Austausch zu kommen.

Forum Schultheater

Diese Seite wird gerade neu eingerichtet. Bald gibt es hier mehr!