Am 23.09.2026 habe ich die Schultheateraufführung „Das Papier“ in der Volksbühne Frankfurt gesehen. Das Stück wurde von einer Gruppe von Schülerinnen aufgeführt und beschäftigte sich vor allem mit dem Thema Gruppenzugehörigkeit und Ausgrenzung. Dabei wurde die Geschichte nicht durch Sprache, sondern besonders durch Tanz, Bewegung und das Zusammenspiel der Gruppe dargestellt. Insgesamt war mein erster Eindruck sehr überraschend. Gleichzeitig fand ich einige Ideen schon von Anfang an interessant.
Besonders auffällig war die Bühnengestaltung. Die Bühne war hauptsächlich mit den acht Mädchen gefüllt. Außerdem hingen ungefähr in der Mitte viele Blätter von oben nach unten. Dadurch wurde das Papier zu einem wichtigen Teil der Aufführung und passte gut zum Titel des Stücks. Auf die Bühne warf eine weiße Zeit Licht von oben nach unten einen geraden Schatten. Es entstand kein Schatten, sodass man die Bewegungen der Spielerinnen gut beobachten konnte. Die eher einfache Gestaltung lenkte nicht von den Darstellerinnen ab und machte die Bewegungen besser sichtbar.
Auch die Kostüme waren auffällig. Vier Mädchen waren komplett schwarz gekleidet, während die anderen vier helle Kleidung trugen. Dadurch konnte man die Unterschiede zwischen den Gruppen direkt erkennen. Diese Aufteilung unterstützte meiner Meinung nach das Thema des Stücks, weil man schon durch die Kleidung erkennen konnte, dass es verschiedene Gruppen oder Gegensätze gab.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Bewegung und das Zusammenspiel. Die Mädchen waren über das ganze Stück hinweg sehr synchron. Sie hatten ein gutes Zeitgefühl und viele Bewegungen wurden gleichzeitig ausgeführt. Dadurch wirkten die Szenen gut einstudiert, was man manchmal auch an den bestimmten Tänzen erkennen konnte. Besonders die Musik passte zu den Bewegungen und unterstützte die Stimmung des Stücks. Man hatte dadurch das Gefühl, dass Musik und Tanz zusammengehörten und nicht einfach nur im Hintergrund liefen.
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir die Szene, in der ein Mädchen ausgegrenzt wurde. Sie machte an einer Stelle nicht richtig mit beziehungsweise war etwas zu langsam. Daraufhin wurde sie von den anderen ausgeschlossen. Das erkennt man daran, dass sie aus der Vierergruppe rausgeschubst wurde. Dadurch wurde das Thema Ausgrenzung sehr deutlich dargestellt. Man konnte gut erkennen, wie schnell jemand von einer Gruppe ausgeschlossen werden kann, wenn er nicht so handelt wie die anderen. Die Szene wirkte dadurch verständlich, ohne dass alles extra erklärt werden musste.
Insgesamt fand ich die Aufführung interessant und an einigen Stellen auch eindrucksvoll. Besonders die Synchronität der Gruppe, die passende Musik und die Darstellung der Ausgrenzung sind mir im Gedächtnis geblieben. Die Gestaltung mit den Blättern auf der Bühne passte ebenfalls gut zum Stück. Die Aufführung hat gezeigt, wie man ein Thema auch durch Tanz, Musik und Bewegung darstellen kann, ohne sich nur auf gesprochene Texte zu verlassen.
Autor: Rasa Dadras - Phillip-Reis-Schule