Die Theatergruppe Mondstaubtheater Zwickau e. V. aus Sachsen brachte mit ihrer Aufführung „Kein Zurück mehr“ die spannende und manchmal auch schwierige Zeit zwischen dem Kindsein und dem Erwachsenwerden auf die Bühne. Eine Zeit voller Veränderungen, Hoffnungen, Unsicherheiten und neuer Erfahrungen. In verschiedenen Szenen zeigen die Jugendlichen, welche Erwartungen und Wünsche sie an das Erwachsenwerden haben, mit welchen Gefühlen sie dabei kämpfen und wie sich ihre Sicht auf die Welt verändert.
Das Stück begann zunächst etwas mysteriös: Ein Ball rollte über die Bühne, bevor verschiedene Tänzerinnen auftraten und sich ohne erkennbaren Zusammenhang durch den Raum bewegten. Anfangs war noch nicht ganz klar, worum es in der Aufführung gehen sollte. Verständlicher wurde es, als die Tänzerinnen begannen, mit Kuscheltieren auf der Bühne zu spielen. Diese Szene weckte bei mir Erinnerungen an meine eigene Kindheit und vermittelte ein Gefühl von Unbeschwertheit und Geborgenheit.
Als die Darstellerinnen anschließend Luftballons in die Hände nahmen, ihre Wünsche für das Erwachsenwerden aussprachen und die Ballons in die Luft steigen ließen, wurde das Thema des Stücks endgültig deutlich. Die Luftballons wirkten dabei wie ein Symbol für die Hoffnungen und Träume, die man mit dem Erwachsenwerden verbindet. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass diese neue Lebensphase auch mit Unsicherheiten und vielen offenen Fragen verbunden ist.
Besonders interessant fand ich eine Szene, in der die Tänzerinnen verschiedene Emotionen darstellten und sehr schnell zwischen diesen wechselten. Zunächst war ich etwas irritiert, da die plötzlichen Gefühlswechsel auf mich ungeordnet wirkten. Nach genauerem Nachdenken ergab diese Darstellung für mich jedoch Sinn: Sie erinnerte mich an die Stimmungsschwankungen während der Pubertät, in der sich die eigenen Gefühle manchmal innerhalb kürzester Zeit verändern können. Dadurch wurde die Szene für mich zu einer gelungenen Darstellung der emotionalen Herausforderungen des Erwachsenwerdens.
Auch die Verwendung der Requisiten hat mir gut gefallen. Besonders die Kuscheltiere am Anfang der Aufführung haben mich direkt angesprochen und Erinnerungen an meine eigene Kindheit geweckt. Sie verdeutlichten für mich, dass das Erwachsenwerden auch bedeutet, sich nach und nach von vertrauten Dingen aus der Kindheit zu verabschieden.
Die klare Körpersprache der Darstellerinnen half dabei, die unterschiedlichen Gefühle und Situationen verständlich zu vermitteln. Durch ihre Bewegungen und die abwechslungsreichen Tanzszenen konnten sie vieles ausdrücken, ohne dafür viele Worte zu benötigen. Dabei musste ich auch an Situationen und Probleme aus meinem eigenen Leben denken, mit denen ich während des Erwachsenwerdens konfrontiert wurde.
Insgesamt hat mir die Aufführung gut gefallen, weil sie ein Thema behandelt, das viele Jugendliche beschäftigt und mit dem ich mich selbst identifizieren kann. Besonders die Verbindung aus Tanz, Körpersprache und Requisiten machte die verschiedenen Gefühle und Herausforderungen dieser Lebensphase sichtbar. „Kein Zurück mehr“ hat mich daran erinnert, dass das Erwachsenwerden nicht nur aus neuen Möglichkeiten und Freiheiten besteht, sondern auch bedeutet, sich von einem Teil seiner Kindheit zu verabschieden und seinen eigenen Weg zu finden.
Autor: Konrad Sander - Carl-Schurz-Schule