Ausschreibung SDL 2027

Foto: Madeleine Franke

Ausschreibung 2027

Wir freuen uns auf eure kreativen Beiträge und ein inspirierendes SDL 2027

Kinder haften für ihre Eltern

KICK-OFF

Sa.,12.09.26 um 12.09 Uhr: Kick-Off zum Schultheater der Länder 2027 an der Hafenkante St. Pauli (Fischmarkt)

Ausschreibung

Bundeswettbewerb Schultheater der Länder 2027 SCHULTHEATER. BAUSTELLE

Kinder haften für ihre Eltern

Schultheatergruppen aus allen Schulformen, Jahrgangs- und Klassenstufen: Mit dem Motto „Schultheater.Baustelle – Kinder haften für ihre Eltern“ laden wir Euch ein, Euch mit Euren eigenen Baustellen und den Baustellen um Euch herum oder in der Welt auseinanderzusetzen.

Betreten der Baustelle erwünscht

Woran arbeitet Ihr? Wie baut Ihr? Was muss umgebaut, neu gedacht, repariert oder sichtbar gemacht werden – in der Schule, in der Stadt, in der Gesellschaft, in der Welt, in Euch selbst?
Wir suchen Eure Theaterproduktionen, Performances und künstlerischen Projekte, die das Thema Baustelle und Eure Lebenswelten auf originelle Weise erforschen. Eure Inszenierung kann mit dem Unfertigen spielen, selbst noch Baustelle sein oder im offenen Prozess bleiben: im Theater, draußen, unterwegs, an realen oder erdachten Baustellen. Irritation und nachhaltiges Bauen erwünscht.

Mehr als Theater: Gemeinsamer künstlerischer Bauprozess

Zwischen Euren Aufführungen wollen wir mit Euch aus euren Baustellen eine gemeinsame performative Baustelle entwickeln und künstlerisch gestalten: mit performativen Aktionen im Stadtraum und Beiträgen, die über traditionelle B(l)aupausen hinausgehen.

Eure Bewerbung – neue Baustellen erwünscht

Bewerbt Euch deswegen nicht nur mit Eurer Inszenierung, sondern auch mit einem Video, in dem Ihr als Gruppe erzählt, warum gerade Ihr unbedingt nach Hamburg kommen solltet, was Eure Baustelle so wichtig macht, und wie Ihr Euch in unseren gemeinsamen künstlerischen Bauprozess einbringen wollt.

Wir freuen uns darauf, Euch und Eure Baustellen kennenzulernen!

Bewerbungsschluss: 30. April 2027

Aufführungsdauer: bis zu 60 Minuten (bei Bühnenproduktionen)

HINWEISE UND TIPPS

Schultheater als Bau-Labor für soziale Kunst und künstlerische Forschung

Das Schultheater der Länder 2027 lädt alle Schultheatergruppen, Schüler:innen und Lehrer:innen, Theaterpädagog:innen, Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und alle am Schultheater interessierten Menschen herzlich dazu ein, Schultheater als offene, performative Baustelle, als Veränderungs-Labor zu denken: als Ort der Transformation, des Konflikts, der Vision und des gemeinsamen Bauens an einer demokratischen, nachhaltigen Zukunft. Baustellen sind Übergangsräume. Sie sind laut, unfertig, widersprüchlich, voller Risiken – und voller Möglichkeiten. Hier entstehen neue Räume, neue Regeln, neue Beziehungen. Gleichzeitig markieren Baustellen gesellschaftliche Konflikte: Wer darf bauen? Wer wird ausgeschlossen? Wer plant? Wer trägt Verantwortung? Wie wird auf der Baustelle mit der Vergangenheit umgegangen? Wird sie abgerissen? Umgeleitet? Überbaut oder aufgebaut? Und welche Zukunft wird hier eigentlich errichtet?

Das Thema versteht Theater nicht als fertiges Produkt, sondern als performativen Prozess: als gemeinsames künstlerisches Forschen am Unfertigen. Im Zentrum stehen daher prozessorientierte, partizipative und forschende Formen des Schultheaters.

Hamburg bietet dafür einen besonderen Resonanzraum: Zwischen Hafen, Stadtentwicklung, Gentrifizierung, Industriekultur und kulturellen Freiräumen wird die Stadt selbst zur Bühne einer gesellschaftlichen Baustelle. Orte wie Kampnagel, 2027 selbst performative Baustelle, das Fundus Theater, das Ernst-Deutsch-Theater als Ort von jungem und altem Publikum oder urbane Transformationsräume wie das Urbaneo oder die Hafenkante unterstützen dabei ästhetische und politische Perspektiven auf Theater als Bauprozess.

Fachdidaktische Perspektiven

Das Festival richtet den Blick ausdrücklich auf aktuelle theaterpädagogische und theaterwissenschaftliche  Diskurse. Im Zentrum stehen insbesondere

  • Prozessorientierung statt Produktfixierung
  • Forschendes und ästhetisches Lernen
  • Partizipation und kollektive Autorschaft
  • Performativität und Raumproduktion
  • Theater als soziale Praxis
  • Transformation von Schule durch ästhetische Erfahrung
  • Nachhaltigkeit und kulturelle Teilhabe
  • Diversität, Inklusion und diskriminierungskritische Praxis
Gesucht werden
  • Mutige Inszenierungen, für große oder kleine Bühnen
  • Interventionen im öffentlichen Raum zu Baustellen aller Art
  • installative oder hybride Formate
  • Labor- und Werkstattformate
  • performative Bauprozesse, theatrale Forschungsprojekte zum Thema Baustelle
  • partizipative Formate, die Gemeinschaft nachhaltig bauen
  • dokumentarische Arbeiten zur Geschichte von Baustellen
  • internationale Kooperationen, länderübergreifende Baustellen
  • Projekte mit Kindern und Jugendlichen aller Schulformen

vor allem Inszenierungen, Aktionen oder Performances, die

  • Schüler:innen als Mitautor:innen ernst nehmen
  • neue Formen des Zusammenarbeitens erproben und erforschen
  • Theater als sozialen Transformationsprozess verstehen
  • Störungen provozieren
Impulsfragen
  • Wie werden die Baustellen von Kindern und Jugendlichen sichtbar und hörbar?
  • Welche Freiräume eröffnen Erwachsene jungen Menschen?
  • Wie kann Schultheater Räume für demokratische Beteiligung eröffnen?
  • Wie entsteht aus Improvisation, Scheitern und Konflikt ein künstlerischer Prozess?
  • Wie kann Schultheater Schule, Stadt und Gesellschaft nachhaltig transformieren?
  • Welche Räume brauchen wir, um miteinander gut leben zu können?
  • Wie können wir nachhaltig, solidarisch und offen „weiterbauen“ und zugleich Baustellen gesellschaftlicher
  • Erinnerung, andere, kritische Perspektiven erfahrbar machen, ihnen eine Stimme geben?
Anregungen zum Bauprozess – ohne Bauanleitung

1. Utopien bauen

Welche Welt wollen wir errichten?

Die Baustelle wird zum Möglichkeitsraum für Visionen, Luftschlösser und radikal neue Formen des Zusammenlebens.

Mögliche Zugänge könnten z.B. Wunschmaschinen, nachhaltige Zukunftsentwürfe, soziale Architektur, inklusive Räume, fantastische oder spekulative Bühnenräume … sein.

2. Biografische Baustellen

Theater als Ort biografischer Suchbewegungen, innerer Widersprüche und fragmentierter Identitäten.
Mögliche Zugänge könnten z.B. thematische Spannungsfelder wie Identität und Transformation, Erinnerung und Zukunft, Krisen und Übergänge sowie Selbstentwürfe und Körper als Baustelle … sein.

3. Demokratie als Baustelle

Demokratie ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Aushandlungsprozess, der vom Widerstreit und Dialogkultur lebt. Wie können Kinder und Jugendliche Baustellen eröffnen und selbst gestalten? Wie gelingen demokratische Bau- und Bildungsprozesse? Wie wird Widerstreit hörbar und kreatives und produktives Potential für den gemeinsamen Bauprozess? Wie können Zuhören, Resonanz und Konfliktfähigkeit performativ erprobt werden?

Mögliche Zugänge könnten z.B. das Erproben radikaler Beteiligungsprozesse, das Erforschen von Sprechen und Zuhören als theatraler Praxis, von Schultheater als sozialer Kunst und Schule als demokratischem Raum, Adultismuskritik … sein.

4. Material, Konstruktion und Bricolage

Wie kann aus Vorhandenem Neues entstehen?

Im Zentrum stehen Materialerkundung, Improvisation und das kreative Weiterbauen mit Bestehendem.

Mögliche Zugänge könnten z.B. Bricolage, Upcycling und nachhaltige Bühnenästhetik, Theater aus Fundstücken, Bauprozesse als Performance, „Theatre under Construction“ … sein.

5. Texte als Baustellen

Texte müssen nicht abgeschlossen sein.

Gesucht werden theatrale Formen, die mit Fragmenten, offenen Dramaturgien, Überschreibungen und kollektiven Schreibprozessen arbeiten.

Mögliche Zugänge könnten z.B. die Dekonstruktion klassischer Texte, Collective Writing, Improvisation aus Textflächen, Mehrsprachigkeit, Text als Material … sein.

6. Theater und öffentlicher Raum

Theater als Eingriff in Stadt, Alltag und Architektur.
Performances auf Baustellen, in Übergangsräumen, urbanen Zwischenräumen oder imaginären Orten.

Mögliche Zugänge könnten z.B. Site-specific Performance, Stadtinterventionen, „Dérive“ und situationistische Praktiken, Gentrifizierung und Stadtentwicklung, Erinnerungskultur und Transformation von Orten sein.

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