Die Theater-AG des Spohn-Gymnasiums aus Ravensburg führte im Gallus Theater Frankfurt „Der kleine Prinz“ auf. Die Inszenierung orientiert sich größtenteils an der bekannten Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz verlässt seine Rose, reist zu verschiedenen Planeten und begegnet dabei unterschiedlichen Figuren. Besonders auffällig ist, dass die klassische Geschichte an einigen Stellen modernisiert wird. So trifft der kleine Prinz unter anderem auf zwei Influencerinnen, die mit Likes, Followern und Haarprodukten beschäftigt sind.
Die Aufführung wirkt insgesamt fantasievoll, lebendig und humorvoll, enthält aber auch ruhige und nachdenkliche Momente. Besonders prägend sind die zahlreichen tänzerischen Bewegungen und die abwechslungsreiche Musik. Dadurch entsteht eine märchenhafte Atmosphäre, ohne dass die Inszenierung ruhig oder eintönig wirkt. Gleichzeitig sorgt die moderne Darstellung der Influencerinnen für einen überraschenden Bezug zur heutigen Lebenswelt.
Betonend ist das Zusammenspiel aus Schauspiel und Bewegung. Die Darstellerinnen und Darsteller spielen nicht nur ihre Rollen, sondern setzen ihren Körper während der gesamten Aufführung stark ein. Auch wenn sie gerade nicht im Mittelpunkt stehen, bleiben sie teilweise in Bewegung und reagieren auf das Geschehen. Der kleine Prinz fällt dabei besonders auf. Er trägt ein grünes Oberteil und eine passende Hose sowie einen gelblichen Schal. Seine neugierige und positive Ausstrahlung wird durch seine Bewegungen und seine Stimme verstärkt. Dadurch wirkt die Figur lebendig und aufmerksam. Auch die Rose und der verspielt dargestellte Fuchs bleiben im Gedächtnis.
Ein weiteres wichtiges Gestaltungsmittel ist das Bühnenbild mit seinen Requisiten. Für die Sterne halten die Darstellerinnen und Darsteller kleine Lampen in den Händen, die ein- und ausgeschaltet werden können. Dadurch entsteht mit einfachen Mitteln der Eindruck eines Sternenhimmels. Auch ein zusammengesetzter Thron macht den Planeten des Königs erkennbar. Der Fuchs trägt einen angehängten Schwanz, wodurch seine Rolle unmittelbar verständlich wird.
Auch Licht und Musik unterstützen die Wirkung der Szenen. Das Licht richtet sich beispielsweise auf die jeweils sprechenden Personen und konzentriert sich in ruhigen Momenten gezielt auf einzelne Figuren. Sehr eindrucksvoll ist die Szene zwischen dem kleinen Prinzen und dem Fuchs, in der sich beide aneinanderlehnen und eine kurze Stille entsteht. Die Ruhe bildet einen Gegensatz zu den sonst sehr bewegten Szenen. Die Musik reicht von instrumentalen Stücken bis hin zu moderner Popmusik und wird mit den Tanzszenen verbunden.
Stark in Erinnerung bleibt mir die Darstellung des kleinen Prinzen. Seine neugierige, positive und zugleich etwas verträumte Ausstrahlung zieht sich durch die gesamte Aufführung. Dadurch wird seine Reise über die verschiedenen Planeten nicht nur erzählt, sondern auch körperlich sichtbar gemacht.
Insgesamt zeichnet sich die Inszenierung durch die Verbindung von klassischer Geschichte und modernen Elementen aus. Vor allem die Influencerinnen zeigen, wie das Stück mit heutigen Themen verbunden werden kann. Die Mischung aus Schauspiel, Tanz, Musik und Licht sorgt dafür, dass die Reise des kleinen Prinzen abwechslungsreich und lebendig wirkt.
Autorin: Iva Dundjer - Max-Beckmann-Schule