„Superzart gegen das Patriarchat“, so heißt das Stück der Dancenation aus Hamburg unter der Spielleitung von Sarah Ahrends und Frances Heller. Nicht ganz so zart wurden wir mit den stereotypen Rollenbildern in unserer Gesellschaft konfrontiert. Mit verschiedenen Liedausschnitten wie „Labour“ von Paris Paloma und vielen mehr zeigten uns die Darstellerinnen tänzerisch, was es heißt, bestimmten Idealen in unserer Gesellschaft entsprechen zu müssen und wie müde man davon wird.
An dem Stück hat mir besonders gefallen, dass es wachgerüttelt hat. Uns wurde aufgezeigt, dass insbesondere Frauen oftmals in Schubladen gesteckt werden, bestimmte Figuren haben müssen und nur die Dinge mögen dürfen, die zu ihnen passen. Trotzdem dauerte das Stück nicht so lang, dass es anfing, uninteressant zu werden.
Es wurde eine Modenschau dargestellt mit einer Jury, welche nacheinander drei Modelwalks bepunktet hat. So thematisierte die Gruppe Bodyshaming und das daraus resultierende Ergebnis, nicht genug zu sein, auch wenn man alles gibt.
Das Bühnenbild war dunkel gestaltet mit gedämpftem Licht. Die Tänzerinnen haben indirekt sexualisierte Gewalt thematisiert, durch die schwarzen Tops mit den Handabdrücken an intimen Stellen des Körpers wurde dies noch einmal verdeutlicht. Damit haben sie gezeigt, was viel zu lange zu leise war, und zwar die Normalisierung von Gewalt an Frauen.
Nicht nur das. Die Tänzerinnen aus Hamburg tanzen förmlich die Frauen ins Rampenlicht und sprengen mit ihrer Vorführung ganze Schubladen auf.
Insgesamt hat mich „Superzart gegen das Patriarchat“ vor allem durch seine direkte und ungewöhnliche Art überzeugt. Die Tänzerinnen haben ernste Themen wie Geschlechterstereotype und die Normalisierung von Gewalt auf eine kreative Weise dargestellt, ohne dass das Stück dadurch seine Dynamik verloren hat. Besonders die Kombination aus Tanz und Musik machte die Aufführung eindrucksvoll.
Das Stück zeigt, dass Theater nicht nur unterhalten, sondern gleichzeitig zum Nachdenken und Hinterfragen gesellschaftlicher Normen anregen kann.
Hut ab und danke für diese Vorstellung. 5 Sterne an Hamburg.
Autorin: Anabelle Paegelow (Carl-Schurz-Schule)